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CHRONOLOGIE

Haskenkreuz an Dönerimbiss. Quelle: de.indymedia.org

Rechte Gewalt in Brandenburg


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08.11.2008  » Frankfurt (Oder) / Frankfurt (Oder)
Frankfurt (Oder) Am späten Abend drangen rechte Anhänger des Fußballclubs Viktoria in ein Wohnhaus ein, in dem der Verein Utopia seinen Sitz hat. Die Täter randalierten und rissen Plakate von den Wänden, daraufhin verließen sie das Gebäude. Kurz darauf wurden fünf Gäste des Vereins vor dem Haus als »Scheiß-Zecken« beschimpft und von einer Gruppe von etwa 15 Personen, die teilweise vermummt und mit Billardqueues bewaffnet waren, angegriffen. Drei Personen wurden leicht verletzt.  (Quelle: Utopia e.V. Frankfurt (Oder))
27.10.2008  » Premnitz / Havelland
Premnitz Ein Stadtverordneter der Fraktion DIE LINKE und mehrere Begleiter wurden an einer Bushaltestelle von zwei in der Region bekannten Rechtsextremisten angegriffen. Dem Lokalpolitiker wurde Pfefferspray in die Augen gesprüht. Nachdem drei weitere Angreifer hinzugekommen waren, wurde er, am Boden liegend, gegen den Kopf getreten. Der Stadtverordnete und zwei Begleiter mussten sich in ärztliche Behandlung begeben.  (Quelle: MAZ, 20.10.2008)
28.09.2008  » Strausberg / Märkisch-Oderland
Strausberg Am frühen Morgen verschafften sich etwa zehn Angehörige der lokalen rechten Szene Zutritt zu einer Party im alternativen »Club«, indem sie die am Einlass Beschäftigten zur Seite drängten. Im Saal bedrohten die Rechten mehrere Gäste. Die Polizei verwies die Gruppe des Geländes.  (Quelle: Alternatives Jugendprojekt 1260 e.V.)
28.09.2008  » Spremberg / Spree-Neiße
Spremberg Zwei Männer stellten sich einem 35-Jährigen türkischer Herkunft in den Weg und riefen »Mach dich weg, das ist nicht dein Land hier.« Der Mann wurde daraufhin ins Gesicht geschlagen und, am Boden liegend, getreten. Die Polizei nahm die beiden alkoholisierten Angreifer in Gewahrsam. Der 35-Jährige musste sich in ärztliche Behandlung begeben.  (Quelle: OPP)
21.09.2008  » Bernau bei Berlin / Barnim
Bernau Zwei alkoholisierte Männer drohten einen Reisenden in der S-Bahn, den sie für einen »Türken« hielten, ihn aus dem Zug zu werfen. Dem Bedrohten gelang es, einen der Männer von seiner deutschen Herkunft zu überzeugen. Dieser hielt daraufhin seinen Kumpanen zurück, der unter anderem äußerte: »Euch muss man allen gegen den Schädel treten, wie Ihr es mit unseren Rentnern macht«.  (Quelle: BORG; OPP)
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2003-01-02

Mehr rechte Gewalt in Brandenburg

Die rechtsextreme Gewalt in Brandenburg hat im Jahr 2002 leicht zugenommen. Der Verein »Opferperspektive« zählte 106 Angriffe mit rechtsextremen oder rassistischen Hintergrund gegenüber 103 Angriffen im Jahr 2001.

Darunter waren 93 Angriffe auf Personen sowie sieben Brandstiftungen und sechs Sachbeschädigungen, die sich indirekt gegen Personen richteten. Verletzt wurden 108 Personen, darunter 51 nichtrechte Jugendliche, 39 Ausländer, sieben Aussiedler, zwei Obdachlose und neun weitere Personen.

Zwei Personen wurden ermordet, im Mai der Russlanddeutsche Kajrat Batesov in der Nähe von Wittstock, im Juli der 16-jährige Marinus Schöberl im uckermärkischen Potzlow. Mit 13 Angriffen liegt Potsdam an der unrühmlichen Spitze vor dem Landkreis Havelland mit zwölf Angriffen.
Diese Zahlen stehen im krassen Gegensatz zu den von Innenminister Schönbohm im November veröffentlichten. Schönbohm sprach von einem »deutlichen Rückgang« der rechten Gewalt um 32 Prozent in den ersten neun Monaten des Jahres. Als Ursache für diese Abweichung ist zu vermuten, dass es bei der Polizei nach wie vor Handhabungsprobleme mit dem neuen Erfassungssystem für »politisch motivierte Kriminalität« gibt.

Angriffe auf nichtrechte Jugendliche werden in vielen Fällen als unpolitische Cliquenrivalitäten abgetan und nicht richtig eingeordnet.
Völlig verfehlt ist es, die unzuverlässigen Zahlen des LKA zum Anlass für eine Entwarnung bei rechter Gewalt zu benutzen, wie es Schönbohm versucht hat. Allein mit Repression gegen Straftäter vorzugehen, wird das rechtsextreme und rassistische Einstellungspotenzial nicht nachhaltig zurückdrängen. Stattdessen ist eine zivilgesellschaftliche Offensive erforderlich, die auch vor der Ausgrenzung von Asylbewerbern nicht Halt macht. Doch Schönbohm marschiert in die Gegenrichtung. Im Interview mit der rechtsradikalen Jungen Freiheit fiel er den zivilgesellschaftlichen Initiativen in den Rücken und machte sie für einen Anstieg der rechten Gewalt verantwortlich. Mit einem solchen Innenminister wurde der Bock zum Gärtner gemacht.

(OPP)

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