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RECHTE GEWALT

Hakenkreuz an Dönerimbiss. Quelle: de.indymedia.org

Rechte Gewalt in Brandenburg


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27.06.2008  » Rathenow / Havelland
Rathenow Nach dem Einzug des DFB-Teams ins Finale der Europameisterschaft wurden Jugendliche, die T-Shirts mit antifaschistischen Slogans trugen, von Mitgliedern der (verbotenen) Kameradschaft Sturm 27 angegriffen. Daran soll sich der Rathenower NPD-Vorsitzende Marcel Horlebeck beteiligt haben. Ein afrodeutscher DFB-Fan wurde durch einen Faustschlag im Gesicht verletzt und musste sich in ärztliche Behandlung begeben.  (Quelle: Antifaschistische Gruppen im Westhavelland)
27.06.2008  » Frankfurt (Oder) / Frankfurt (Oder)
Frankfurt (Oder) Trotz großem Polizeiaufgebot griff am späten Abend eine aus etwa 20 Personen bestehende Gruppe rechter Fußballfans des FFC Viktoria Frankfurt (Oder) drei Antifaschisten an. Diese konnten unverletzt fliehen.  (Quelle: Antifaschistische Recherchegruppe Frankfurt/Oder)
25.06.2008  » Cottbus / Cottbus
Cottbus Zwei alternative Jugendliche wurden in einem Einkaufszentrum von zwei männlichen Personen als »Zecken« und »Punkerschweine« beschimpft. Kurz darauf zerschlug einer der Täter eine Bierflasche auf dem Kopf eines der Jugendlichen.  (Quelle: OPP)
22.06.2008  » Potsdam / Potsdam
Potsdam Am frühen Morgen rief ein Mann am Hauptbahnhof einen Hitlergruß in Richtung eines Linienbusses. Als er von zwei jungen Männern darauf angesprochen wurde, griff er sie an und verletzte beide durch Schläge im Gesicht.  (Quelle: MAZ, 23.6.2008)
19.06.2008  » Velten / Oberhavel
Velten, OT Bärenklau Ein schwarzer 15-Jähriger wurde im Bus rassistisch beschimpft. Nach dem Aussteigen schlug ihn ein Jugendlicher zusammen. Der Verletzte musste sich in ärztliche Behandlung begeben.  (Quelle: OPP)
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2008-04-15

Opferperspektive veröffentlicht Analyse des »Falls Ermyas M.«

Vor genau zwei Jahren, am 16. April 2006, wurde der schwarze Deutsche in Potsdam lebensgefährlich verletzt. Mit einem ausführlichen Dossier zieht die Opferperspektive eine kritische Bilanz der gesellschaftlichen Diskussionen, die durch den rassistischen Angriff ausgelöst wurden.

Cover: Der Fall Ermyas M.

In dem 52-seitigen Text »Der Fall Ermyas M. – Chronik einer Debatte« , der auf der Website des Vereins veröffentlicht wird, sind die Geschehnisse von der Tat im April 2006 bis zum Abschluss des Gerichtsverfahrens im Juni 2007 mit einem umfangreichen Quellenapparat rekonstruiert.

Die mediale, politische und juristische Aufarbeitung wird von der Soziologin Beate Selders einer kritischen Analyse unterzogen, die von drei Interviews ergänzt wird: Elena Buck (Universität Leipzig) zeigt anhand der Berichterstattung Schnittmengen in den Diskursen der »gesellschaftlichen Mitte« und des »rechten Randes« auf. Mario Peucker (Europäisches Forum für Migrationsstudien) erläutert, weshalb die Tat – unabhängig des Gerichtsurteils – als rassistisch zu werten ist. Der Migrationsforscher Mark Terkessidis geht der Frage nach, warum es in Deutschland auch dann vermieden wird, von Rassismus zu sprechen, wenn dieser evident ist.

Die Gewalttat sorgte kurz vor der Fußballweltmeisterschaft bundesweit für Schlagzeilen und löste eine hitzige Debatte um die Sicherheit ausländischer Fußballfans und die Existenz von »No-go-Areas« in Deutschland aus. Die Medien berichteten ausführlich über den Fall, die Ermittlungen und das Gerichtsverfahren. Das zunächst als sicher angenommene fremdenfeindliche Tatmotiv wurde immer stärker in Zweifel gezogen und von den Ermittlungsbehörden später fallen gelassen. Während dieser Zeit drehte sich die öffentliche Stimmung von einer Empathie mit dem Opfer hin zu einer weitgehenden Demontage seiner Person. Die öffentlichen Bewertungen prägten die Atmosphäre und gestalteten auch den Gerichtsprozess mit, an dessen Ende im Juni 2007 die Angeklagten aus Mangel an Beweisen freigesprochen wurden.

Ein schwerer rassistischer Angriff blieb ungesühnt. Im gesellschaftlichen Gedächtnis bleibt er als Symbol »vorschneller und reflexartiger« Reaktionen auf rechte Gewalt zurück. Mit der Publikation, die durch eine Förderung der Brandenburgischen Landeszentrale für politsche Bildung ermöglicht wurde, will die Opferperspektive auf diese fatale Bedeutung des »Falls Ermyas M.« für den Umgang mit rassistischer Gewalt aufmerksam machen.

Weitere Informationen Jonas Frykman

Telefon 0151 59100080

(OPP)

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Files:

Der_Fall_Ermyas_M.pdf
[Chronik einer Debatte. 2008...]
application/pdf  1.5 MB