Source: OPP
Linker Treffpunkt von Rechten abgebrannt
Bereits in der Nacht vom 12. auf den 13.Juni 2008 wurde in Bad Freienwalde ein Brandanschlag auf den selbstverwalteten Jugendclub »Maquis« verübt. Durch die Meldungen rechtsextremer Straftaten des Landeskriminalamts bestätigt sich jetzt ein Verdacht, der sich direkt nach der Tat bereits aufgedrängt hatte: Die Brandstiftung war rechtsextrem motiviert.
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Unverständlich bleibt vor diesem Hintergrund die Informationspolitik der zuständigen Behörden. Obwohl sich am 30.06.08 ein mutmaßlicher Täter der Polizei stellte, wurde die Öffentlichkeit nicht über die Hintergründe der Tat in Kenntnis gesetzt.
In dem Gebäude, einer alten Baracke im Industriegebiet, trafen sich seit fast einem Jahr linke und alternative Jugendliche und organisierten dort Konzerte und Veranstaltungen.
Wiederholt hatten diese Jugendlichen in der Vergangenheit auf die Bedrohung durch Mitglieder der örtlichen Neo-Nazi-Szene hingewiesen. So wurden in dem halben Jahr vor dem Brand linke und alternative Jugendliche mehrmals durch Rechte eingeschüchtert. Ihnen wurde gedroht, die Baracke »abzufackeln«.
28. Dezember 2007:
Eine Gruppe von sieben Rechten taucht in dem Gebäude auf und versucht durch verhörartiges Ausfragen der Anwesenden, Informationen über Personen des linken Spektrums in Bad Freienwalde zu erhalten. Sie drohen damit, dass das Gebäude sicherlich gut brennen würde und die Anwesenden vorsichtig sein sollten.
02. Februar 2008:
Drei Mitglieder der rechtsextremen Szene versuchen, sich gewaltsam Zugang zu den Räumen zu verschaffen, dabei schlagen sie ein Fenster ein. Zwei Personen im Inneren der Baracke alarmieren die Polizei.
03. Februar 2008:
Eine Gruppe Rechtsextremer verlangt Zutritt zu einem Konzert. Als sie am Betreten der Räume gehindert werden, schlägt einer der Rechten einen Jugendlichen ins Gesicht.
Auch in benachbarten Orten versuchten Rechte, alternative Jugendliche einzuschüchtern, um so Namen von örtlichen Antifa-Aktivisten zu erfahren.
Der Brandanschlag reiht sich somit in eine Liste von Vorfällen ein, die in Bad Freienwalde dazu beigetragen haben, eine alternative Jugendszene zu schwächen.
Das Ausmaß der Bedrohungen und die Vielzahl der beteiligten, auch regional vernetzten Rechtsextremen belegen, dass es sich hierbei keineswegs um eine Ausnahmetat handelt, sondern um systematische Einschüchterungen, die das Ziel haben, andersdenkende Jugendliche zu verdrängen. Die Brandstiftung markiert damit einen Höhepunkt rechter Aktivitäten in Bad Freienwalde.
Diesem Klima der Bedrohung muss die Stadt mit adäquaten Strategien entgegen treten um einem weiteren Erstarken der örtlichen rechten Szene zu begegnen.
Weitere Informationen Johanna Kretschmann
Telefon 0151 59100086
(OPP)


